Krahmer - Anders Woanders

LIVE

26. Februar 2015, 21 Uhr
Music Club Live, Hamburg

Oliver Meyer-Krahmer

Krahmer - The Band

OUT NOW!
Krahmer - Anders Woanders

LIVE

26. Februar 2015
21 Uhr
Music Club Live, Hamburg

Bei Krahmer treffen deutsche Zeilen auf Musik im Spannungsfeld zwischen Kante und Bon Iver, Hamburger Schule und US-amerikanischem SingerSongwriter-Folk, prallem Lebensjubel und stillem Rückzug. Getragen von eingängigen und berührenden Melodien verhandelt Frontmann Oliver Meyer-Krahmer Gefühle und Sehnsüchte, die wohl vor allem mittelalten Städtern zwischen lebenslanger Pubertät und den besten Lebensjahren heimlich oder unheimlich vertraut sind. Bei aller Schwere der Gedanken schwebt Krahmer immer einen halben Zentimeter über der Erde; die Lieder des Albums „Anders Woanders“ tragen einen, wirken nach: Es gibt Schwereloses aus zeitloser Sommerseligkeit, rock-groovige Schwergewichter und Songs, die klingen wie ein Lächeln hinter Tränen. Was bleibt, sind prägnante Melodien und traumwandelnd-(alp-)träumerische Texte.

„Die Erinnerung an Wärme war verblasst / wir hatten uns tief in uns verkrochen / monatelang zu flach geatmet in ständigem Gegenwind / jetzt tauen wir wieder auf / nach einer Tonne Tiefkühlkost mal wieder / Erdbeeren und Rhabarber“


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CD Anders Woanders von Krahmer

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OLIVER MEYER-KRAHMER
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LYRICS

Fette Wiesen

Von Farben geweckt, durch fette Wiesen
Grüngelb, voller Gerüche
Stehen im Rapsfeld
Unter knallblauem Himmel
Blühende Bäume, voller Geräusche
Warme Luft

Und die Sonne scheint uns ins Gesicht
Wischt alles weg, wir sind glücklich blind
Helle Augen, ohne Richtung
Wir saugen uns voll mit Licht

Die Erinnerung an Wärme war verblasst
Wir hatten uns tief in uns verkrochen
Monatelang zu flach geatmet, in ständigem Gegenwind
Jetzt tauen wir wieder auf
Nach einer Tonne Tiefkühlkost mal wieder
Erdbeeren und Rhabarber

Und die Sonne scheint uns ins Gesicht
Wir lächeln uns an, sind ganz entspannt
Wir gehen langsam, ohne Richtung
Wir saugen uns voll mit Licht

Blühende Bäume voller Geräusche
Warme Luft

Und die Sonne scheint uns ins Gesicht
Wischt alles weg, wir sind glücklich blind
Helle Augen, ohne Richtung
Wir saugen uns voll mit Licht

Fremdes Land

Pfützen auf dem Acker, Seen und Felder
Knallvolle Bäche und Rehe und Kälber
Matschiger Morgen, neblige Sonne
Alles beginnt mal wieder von vorne

Grünes Auto auf schlammiger Weide
Windräder, Schafe und Mistelzweige
In kahlen Bäumen, im Morgendunst
Irgendwie könnte hier mal jemand aufräumen

Fremdes Land, unbekannte Heimat
Ich roll nur durch, ich schau nur zu
Von drinnen ist das alles idyllisch
Von drinnen ist der Regen gemütlich

Storchennest auf einer Sirene
Vogelscheuchen, Hochstand und Zäune
Ein Hund jagt Gänse in überschwemmten Wiesen
Ein Traktor im Dorf mit sprachlosen Höfen

Lagerhallen, Hochmastenwälder
Schwärme von Vögeln und schilfige Tümpel
Bäume mit Efeu, getarntes Land
Komm lieber Mai und mach das bunt

Fremdes Land, unbekannte Heimat
Ich roll nur durch, ich schau nur zu
Von drinnen ist das alles idyllisch
Von drinnen ist der Regen gemütlich

Die Stadt umgibt ein fremdes Land
Mit anderem Blick und anderen Gedanken
Sehnsüchtig kopfschüttelnd
Träumt Land von Stadt und Stadt von Land
Man bleibt wo man ist, bleibt sich unbekannt

Fremdes Land, unbekannte Heimat
Ich roll nur durch, ich schau nur zu
Träume von Platz und Weite
Doch es bleibt ein
Fremdes Land, unbekannte Heimat
Ich roll nur durch, ich schau nur zu
Von drinnen ist das alles idyllisch
Von drinnen ist der Regen gemütlich

100Tausendmal

Wir stehen bis zum Kinn im Glück
Können nur selig grinsen, der Tag ist geschmückt
Dein lachendes Gesicht
Es ist so geil, dass du bei mir bist
Ich geh baden, in deinen Augen
Halt die Zeit an, will mich vollsaugen
Ich atme deinen Duft krieg nicht genug

Ich will dich 100tausendmal
Wir hier zusammen - ideal

Uns hat der Himmel geschickt
Wir sprechen dieselbe Sprache
Haben die Sonne im Blick
Heute ist der Tag
An dem Sinatra unsere Namen singt

Heute kriegen wir Geld fürs Glücklichsein
Tauschen Körperlichkeiten, schwimmen in Zufriedenheit
Heute sind wir gemeinsam mehr als jeder für sich
Ich hör die Glocken läuten, dein Lächeln verführt mich

Ich will dich 100tausendmal
Wir hier zusammen - phänomenal
Lass es so immer weitergehn
Freier Fall ins pralle Leben

Komm geniess den Lauf, auch wenn er morgen vorbei ist
Dieser Tag steht für sich
Heute gehören wir für immer zusammen
Die Erinnerung bleibt für immer und alle Zeit

ich will dich 100tausendmal
Wir hier zusammen - ideal
Lass es so immer weitergehn
Freier Fall ins pralle Leben

Anders Woanders

Wär gern woanders
Wär gern mal jemand den ich nicht kenn
Ganz anders woanders
Da wo niemand an mich denkt
Bin wie ich bin
Doch nur hier an diesem Ort
Und weil es ist wie es war

Und weil man mich halt nur so kennt
Von all dem wär ich gern mal getrennt
Woanders wär ich völlig fremd
Nur eine Hose und ein Hemd

Anders woanders
Wär gern mal jemand den ich nicht kenn
Ganz anders wo anders
Da wo niemand mich erkennt
An einem anderen Ort
Mit anderem Gesicht, anderem Blick
Mit einer anderen Stimme

Was ich dann wohl so denke
Und wer ich dann wohl so bin
Ohne Vorschuss und ohne Geschenke
Alles auf Null, von vorne beginnen
Keinen Stempel, leeres Blatt
Ein Bild, ohne Format

Anders woanders...

Anders woanders
Weil ich nur hier bin wie ich bin

Samstagmorgen

Samstagmorgen, keiner stört es gibt nur uns
Wir liegen ganz nah, Haut an Haut
Die Zeit rinnt träge, wie nasser Sand in einer Sanduhr
Entspannung spannt sich über den Tag

Montag ist Jahre entfernt
Und wir wie auf einem anderen Stern
Rück noch ein Stück zu mir
Und bleib hier

Wir füllen den Raum mit stiller Zufriedenheit
Es gibt nichts zu tun und niemand zu sein
Draußen fällt Schnee leise zur Erde und bleibt liegen
Unsre Atemzüge fließen langsam ineinander

Montag ist Jahre entfernt
Und wir wie auf einem anderen Stern
Rück noch ein Stück zu mir
Und bleib hier
Und bleib hier
Und bleib hier

Tanzen

Wir tanzen, wir tanzen
Auf dünnem Eis
Wir drehen uns, wir sehen uns um
Sind schon vorbei

Gleiten über halbgefrorene Fragen
Hoffentlich wird das Eis noch tragen
Irgendwann kommt die Sonne
Und zeigt mir was ich nicht sehen mag

Jeder tanzt froh im Nebel
Auf sich zu und vorbei
Weiche Knie, flaues Grinsen
Ein klammer Blick, so nebenbei
Hab keine Lust mich zu beschweren
Hab keine Lust umzukehren
Will hier über das Glatteis schweben
Und irgendwann falle ich eben

Wir gleiten über halbgefrorene Fragen
Hoffentlich wird das Eis noch tragen
Irgendwann kommt die Sonne
Und zeigt mir was ich nicht sehen mag

Fluss

Hier unten am Fluss dreht sich alles
Im Strudel im Strom, in stiller Kollision
Landschaft zerbricht, wird lebendig
Löst sich auf, verschwindet
Lässig vor der Zeit, Reise ohne Halt, sanfte Gewalt
Von Schwerelosigkeit getragen

Weiter, weiter ohne anzuhalten
Trägt sich, treibt sich, immer mit dem Strom
Weiter, weiter es gibt nur nach vorn
In Bewegung, flüchtig und sonderbar

Der Fluss ist ein Raum ohne Ort
Zielpunkt ohne Weg, Entscheidung ohne Wahl
Er bestimmt wann wie weit und in welche Richtung
Nimmt alles seinen Lauf, folgt in seinem Sog
Schwimmt auf seinem Kurs
Ich fahr nach Neuland, mit der Strömung

Weiter, weiter ohne anzuhalten
Trägt sich, treibt sich immer mit dem Strom
Weiter, weiter es gibt nur nach vorn
In Bewegung, flüchtig und sonderbar

Hier unten am Fluss dreht sich alles
Im Strudel im Strom, in stiller Kollision
Von Schwerelosigkeit getragen

Neu

Wohin willst du gehen, sag an ich bin bereit
Hier gibt es keine Fragen mehr die Zeit ist reif
Ich muss was Neues sehn, was das ich nicht versteh
Hab keine Lust hier zu verrotten
Neue Worte, Wege, Orte, Leute und Fragen
Neue Gesichter etwas Neues sagen
Neugier auf das, was woanders ist
Los mein Herz wo soll es hingehen?

Los, wir fahren ans Meer
Und dann ab über den Horizont
Nichts bleibt wie bisher
Wir wollen sehen was dahinter kommt
Komm wir gehen gib mir die Hand
Wir greifen nach den Sternen
Und schaukeln dran, wir
Fangen uns von vorne an

Schieß uns zum Mond, lass uns den Erdaufgang sehn
Den blauen Heimatball mal am Himmel hängen sehn,
Einen Blick von außen, einen Blick zurück,
Dann Bahn frei, wo soll´s hin gehen
Zitronen züchten wo das Meer am blausten ist
Und dann Karten schreiben, dahin wo es am grausten ist
Was hier passiert, das hab ich mittlerweile kapiert
Los drei, zwei wo soll´s hingehn?

Los, wir fahren ans Meer
Und dann ab über den Horizont
Nichts bleibt wie bisher
Wir wollen sehen was dahinter kommt
Neustart, gib mir die Hand
Wir greifen nach den Sternen
Und schaukeln dran, wir schweben, wir
Fangen uns von vorne an

Los wir ziehen ans Meer und dann ab über den Horizont
Nichts bleibt wie bisher
Wir wollen sehen was dahinter kommt
Wo Himmel und Erde sich berühren
Öffnen sich unbekannte Türen
Wir lassen uns von neuem verführen
Wir laufen an, holen Schwung
Stossen uns ab und springen, wir
Fangen uns von vorne an

Kreis

Geradeaus in Kreisen
Nie das Ende sehen
Um sich selber drehen
Wie Treibholz
Die Welle nimmt dich einfach mit

Der Schwindel schwindet
Etwas findet sich
Glück verirrt sich
Die Nadel dreht sich
Was hinten war ist plötzlich vorn

Im Kreis
Und trotzdem ist es niemals gleich
Denn unterwegs vergeht die Zeit
Geradeaus führt irgendwie und wann zurück
Ich geh das nächste Stück

Der Blick verfängt sich
Du bist überzeugt
Weit nach vorn gebeugt
Und freust dich
Bis der Blick sich wieder langsam löst

Der Hunger drängt dich
Du stehst wieder auf
Fängst von vorne an
Ziehst neue Kreise
Machst Pause auf einer Sonnenbank

Im Kreis
Und trotzdem ist es niemals gleich
Denn unterwegs vergeht die Zeit
Geradeaus führt irgendwie und wann zurück
Ich geh das nächste Stück

Im Wendeltreppenhaus, drei Schritt vor und zwei zurück
Im Kreis geradeaus, immer weiter Stück für Stück

Kinder werden älter, werden Eltern
Manche Eltern bleiben Kinder
Werden älter, kriegen Kinder, die wie Eltern sind

Dasselbe gleicht sich
Das hier kenne ich
Hier war ich schon
Es ist nur anders
Und immer wieder anders neu

Sommerabend

Sommerabend hängt herum
Zeitlos im Vakuum
Tanzende Muster auf der Fasertapete
In meinem Kopf spielt wer gedämpft Trompete

Gedanken kommen nirgends an
Tauchen auf und wandern
Immer größer und weitere Kreise
Ich denk heut abend viel an Herbst
Sehe wie die Dämmerung
Das Zimmer verfärbt
Mein Gewicht zieht schwer zur Erde

Blaues Lächeln ohne Gesicht
Dunkler Arm umfängt mich
Nach und nach wird alles still
Der Tag schläft leise ein vorm Fenster

Gedanken kommen nirgends an
Tauchen auf und wandern
Immer größer und weitere Kreise
Ich denk heut abend viel an Herbst
Sehe wie die Dämmerung
Das Zimmer verfärbt
Mein Gewicht zieht schwer zur Erde

Grossmutter

Gestützt auf ihren Stock blickt sie nach oben
Hört Stimmen, die es früher einmal gab
Sie lächelt ihnen zu und geht dann weiter
Am Ende eines endlos langen Tags

In einem Leben hundertmal geboren
Längst die Fragen zu den antworten verloren

Bald fängt was völlig neues an,
Reise nach Unbekannt
Ich nehme nichts mit, lass alles hier
Bin erschöpft nach all den Jahren
Reise nach Unbekannt

Schön und gut ist heute etwas anderes
Sie merkt, dass sie die Welt nicht mehr versteht
Sie lebt in ihrer Landschaft aus Gedanken
Erinnerung ist das was sie jetzt trägt

Den Blick um 180 Grad gedreht
Weil Zukunft aus Vergangenheit besteht

Bald fängt was völlig neues an,
Reise nach Unbekannt
Ich nehme nichts mit, lass alles hier
Bin erschöpft nach all den Jahren
Ich hab mein Leben hier gelebt
Bin erschöpft nach all den Jahren

Jetzt bist du weg einfach verschwunden
Unverständlich mysteriös
Nur deine Stimme klingt noch nach
In den Ohren derer die dich kannten
Bist du jetzt dort wo alles her kommt
Da wo es keine Namen gibt
Ich werde mich langsam dran gewöhnen
Denn begreifen kann ich es nicht

Bald fängt was völlig Neues an,
Reise nach unbekannt
Ich nehm nichts mit, lass alles hier
Bin erschöpft nach all den Jahren
Reise nach unbekannt
Hab nicht mehr teil an dieser Welt
Bin erschöpft nach all den Jahren